Bildnachweis: © Adrian Sonnberger

Tiefenpsychologie

— ein kurzer Einblick

Einleitung und Vorbemerkungen

Ich möchte Ihnen hier die bekanntesten Richtungen der Tiefenpsychologie näher vorstellen und dabei die wichtigsten Annahmen und Prinzipien in vereinfachter Form erläutern. Diese  in vier Abschnitte unterteilte Abhandlung erhebt dabei in keiner Weise den Anspruch, ein therapeutisches Aufklärungsgespräch zu ersetzen. Vielmehr soll sie Ihnen einen groben Überblick über ein zweifellos recht komplexes Thema verschaffen.


Es würde mich freuen, wenn Ihnen die Lektüre bereits im Vorfeld dabei helfen kann, eine informierte Entscheidung darüber zu treffen, ob eine tiefenpsychologisch orientierte Therapie für Sie in Frage kommt.

Antworten auf häufige Fragen, welche speziell die von mir in der Praxis angewendeten Verfahren betreffen, finden Sie in Kapitel IV.

Erlauben Sie mir noch einige zusätzliche Informationen:

  • Die voraussichtliche Lesezeit für den folgenden Text beträgt etwa 15 bis 20 Minuten.
  • Für eine einfachere Verständlichkeit verwende ich den Begriff „Tiefenpsychologie“ als Sammelbezeichnung für verschiedene Haupt- und Nebenströmungen, die sich in einigen Details deutlich voneinander unterscheiden können.
  • Obwohl ich großen Wert auf Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt lege, habe ich mich aus Gründen der Lesbarkeit für klare und verständliche Formulierungen entschieden.


Jetzt wünsche ich Ihnen eine informative und unterhaltsame Lektüre!

I. Was ist Tiefenpsychologie – und wie ist sie entstanden?

Die Tiefenpsychologie verfolgt das Ziel, die verborgenen und häufig nicht augenfälligen Dimensionen menschlichen Erlebens zu erforschen und zu begreifen. Sie umfasst  eine Gruppe von aufdeckenden Psychotherapieverfahren, die entweder aus der Freud'schen Psychoanalyse des ausklingenden 19. Jahrhunderts hervorgingen, oder sich im Laufe der Zeit aus deren Parallelentwicklungen formten. Die Erforschung des Unbewussten und der Wechselbeziehungen zwischen Seele, Körper und Umwelt nimmt in den drei Hauptströmungen der Tiefenpsychologie eine zentrale Rolle ein. Die geistigen Väter dieser so genannten „Wiener Schulen“ waren Sigmund Freud, Carl Gustav Jung und Alfred Adler.

Während sich Freuds Psychoanalyse wie auch Jungs analytische Psychologie der Bewusstmachung und Entschlüsselung verdrängter seelischer Konflikte zuwenden, untersucht Adlers Individualpsychologie vor allem die Einflüsse zwischenmenschlicher Beziehungen auf die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Obgleich die meisten Verfahren der Tiefenpsychologie auf unterschiedlichen Theorien und Vorgehensweisen basieren, besteht die übergeordnete Zielsetzung darin, die Seele des Menschen in ihrer Reifung und Entwicklung zu fördern.

Um die Essenz der Tiefenpsychologie überhaupt erfassen zu können, bedarf es einer Rückkehr zu ihren Ursprüngen: der Psychoanalyse. Es war Freuds bahnbrechende Pionierarbeit im Wien der Jahrhundertwende, welche nicht nur die Entstehung eines gesamten psychologischen Fachs ermöglichte, sondern auch den Weg für viele spätere, teils sogar konträre Strömungen ebnete. Auch ist es maßgeblich Freuds Erkenntnissen und Methoden zu verdanken, dass sich ein damals noch von starrer Hierarchie geprägtes Arzt-Patient-Verhältnis in eine geschützte, von Mitgefühl und wertfreier Akzeptanz getragene therapeutische Beziehung wandelte.

Im Zuge der Eingliederung Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich sah sich Freud, der jüdischer Abstammung war, zum Verlassen seiner Wahlheimat Wien gezwungen. Mit Teilen seiner Familie emigrierte der inzwischen betagte und gesundheitlich schwer angeschlagene Nestor ins Exil nach London. Vier seiner Schwestern mussten jedoch zurückbleiben und kamen in Konzentrationslagern ums Leben. Freud selbst erlag knapp ein Jahr nach seiner Auswanderung einem seit Langem bestehenden Krebsleiden.

Von den Nationalsozialisten als „pervertiertes, jüdisches Gedankengut“ gebrandmarkt, konnte die Psychoanalyse, ebenso wie viele ihrer Ableger und Vertreter, nur im Ausland überleben. Selbst nach Ende des Zweiten Weltkriegs sollten noch Jahrzehnte vergehen müssen, bis Freuds Lehre schließlich den Weg zurück nach Kontinentaleuropa finden würde; zu viele ihrer Anhänger waren vom NS-Regime vertrieben oder ermordet worden.

Erschwerend für eine Renaissance der Tiefenpsychologie in der Nachkriegszeit dürfte sich zudem ausgewirkt haben, dass mit dem Emporkommen verhaltenstherapeutischer Methoden vor allem die Wiener Schulen für weite Teile der Bevölkerung nicht mehr en vogue waren. Mit Beginn der Siebzigerjahre konnten einige Strömungen der Tiefenpsychologie indes deutlich an Akzeptanz zurückgewinnen und gelten noch heute als etablierte Therapiemethoden, die sich nicht zu leugnender Beliebtheit erfreuen – wenn auch nicht völlig ohne Kritik.

Seit ihrer Begründung vor mehr als einem Jahrhundert steht insbesondere die Freudianische Lehre auch gegenwärtig immer wieder unter Beschuss. Als erste und wegweisende Vertreterin brach die Psychoanalyse mit zahlreichen Tabus ihrer Zeit und erregte neben breiter Faszination zuweilen auch moralische Empörung in der Wiener Bourgeoisie. Moderne Kritiker bemängeln an der Psychoanalyse vor allem, sie sei als Behandlungsmethode zu zeitaufwendig, als Theorie in die Jahre gekommen und insgesamt zu elitär. Ihre Befürworter hingegen verweisen auf die Vielzahl umfassend dokumentierter Behandlungserfolge – und darauf, dass Freuds Konzepte eben im Kontext der heutigen Zeit neu ausgelegt werden müssten.

Die Auseinandersetzung mit der psychoanalytischen Weltanschauung hat unter Intellektuellen längst den Charakter eines „Volkssports“ angenommen. Sogar Verfechter der freudianischen Lehre argumentieren nicht immer einheitlich, was durchaus auf den Begründer selbst zurückzuführen sein dürfte. Freud überarbeitete bzw. verwarf nämlich bis zuletzt immer wieder alte Theorien und interpretierte zentrale Begriffe wiederholt neu. Am seit Jahrzehnten andauernden Diskurs über die psychoanalytische Lehre hätte Freud mit Sicherheit Gefallen gefunden. Völlig unstrittig bleibt die Tatsache, dass seine richtungweisenden Denkansätze viele Gelehrte, Künstler und Visionäre inspirierten, darunter Albert Einstein, Jean-Paul Sartre, Salvador Dalí, Virginia Woolf und Woody Allen.

II. Wie funktioniert Tiefenpsychologie?

Die Tiefenpsychologie zielt nicht darauf ab, klare Handlungsanweisungen oder vordefinierte Lösungen bereitzustellen.  Ihr Hauptaugenmerk liegt vielmehr darauf, den Menschen auf seinem Weg zur seelischen Nachreifung zu begleiten. Dies erfolgt durch ein wertfreies Verstehen und gemeinsames Durcharbeiten innerhalb des geschützten Rahmens einer stabilen therapeutischen Beziehung, die von Empathie und Wertschätzung getragen wird.


In der Tiefenpsychologie steht die Therapeut-Patient-Beziehung stärker im Fokus als in vielen anderen Fachrichtungen. Da der Aufbau eines belastbaren Vertrauensverhältnisses Zeit erfordert, und die Leidensgeschichte eines Patienten oft über Jahre hinweg entstanden ist, sind langwierige Behandlungsverläufe von 100 Sitzungen und mehr keine Seltenheit. Allerdings gewinnen auch moderne Kurzzeitvarianten zunehmend an Bedeutung, um praktikablere Alternativen in unserer heutigen schnelllebigen Zeit zu bieten.


Nach gängiger Lehrmeinung sind seelische – und nicht selten auch körperliche Erkrankungen – Ausdruck ungelöster oder nur zum Schein gelöster Konflikte. Zur Offenlegung und Bearbeitung versuchen Therapeut und Patient gemeinsam, einen Bezug zwischen Lebens- und Leidensgeschichte herzustellen, indem bislang unbewusste Zusammenhänge aufgezeigt und gedeutet werden. Hierdurch soll beim Patienten ein besseres Verständnis für ihn selbst, sein Handeln und seine Konflikte entstehen, was wiederum seelisches Wachsen und Nachreifen ermöglicht.

Insbesondere in der psychoanalytischen Theorie wird argumentiert, dass die Seele durch eine therapeutisch begleitete Aktualisierung von früheren, unbewussten Konflikten besser in der Lage ist, vergangene Traumata effektiver zu verarbeiten. Aktuellen oder künftigen, ähnlich gearteten Verletzungen kann sie so gefestigter begegnen.

Der Patient soll durch eine gründliche Betrachtung seiner persönlichen Entwicklungsgeschichte, einschließlich seiner Träume, verdrängte Konflikte freilegen und Zusammenhänge erkennen. Da es sich hierbei um einen äußerst sensiblen und aufwühlenden Prozess handeln kann, setzt eine tiefenpsychologische Behandlung im besonderen Maße grundlegende Sympathie zwischen Therapeut und Patient voraus – nicht zuletzt auch gute Kommunikationsfähigkeiten.


Der Patient wird immer wieder dazu ermutigt, ganz frei und ungefiltert zu erzählen – sei das Gesagte scheinbar noch so nebensächlich, kontrovers oder gar beschämend. Auf persönliche Einstellungen, Werte und Gesinnungen des Therapeuten muss und soll dabei keinerlei Rücksicht genommen werden.

 

Idealerweise erfüllt ein Patient in der Tiefenpsychologie also folgende Voraussetzungen:

  • Einsicht, Leidensdruck, Motivation und Geduld
  • die Bereitschaft, frei und offen von sich zu erzählen
  • die Fähigkeit, über sich und das eigene Handeln reflektiert nachzudenken
  • den Willen, unangenehme Erlebnisse in einer sicheren, vertrauensvollen Atmosphäre seelisch wieder zu erleben
  • und nicht zuletzt: Mut zur Veränderung

III. Wie verläuft die Behandlung?

Phase 1: Erstgespräch, Anamnese und Probatorik

Da gegenseitige Sympathie eine zentrale Rolle in jeder Form der Psychotherapie einnimmt, steht auch am Anfang einer tiefenpsychologischen Behandlung ein Erstgespräch, bei dem sich beide Seiten näher kennenlernen. Meist kann hiernach schon eine erste Verdachtsdiagnose gestellt werden.

 

Als Nächstes werden einige probatorische Sitzungen vereinbart. In dieser Phase wird der Patient einer gründlichen Anamnese (wörtlich „Rückerinnerung“) unterzogen, bei der seine Lebens- und Leidensgeschichte nach mehr oder weniger standardisierten Kriterien erhoben werden. Psychologische Tests und häufig auch ein tabellarischer Lebenslauf komplettieren die Anamnese, und helfen dem Therapeuten bei der Sicherung der Diagnose.

Nicht zuletzt sollen beide Seiten während der Probatorik Gelegenheit dazu erhalten, für sich zu prüfen, ob es zwischenmenschlich und auch fachlich passt. So mag sich der Patient beispielsweise fragen: „Bin ich überhaupt in der richtigen Praxis? Bekomme ich hier, was ich brauche?“ Der Therapeut wiederum muss für sich klären: „Kann ich meinem Patienten überhaupt helfen? Bin ich der Richtige für diese Aufgabe?“


Mit Abschluss von Anamnese und Probatorik klärt der Therapeut den Patienten umfassend über das diagnostizierte Störungsbild auf und informiert auch über eventuell nicht selbst angebotene Behandlungsmöglichkeiten – insbesondere, wenn sich abzeichnet, dass das eigene Verfahren anderen Methoden unterlegen wäre. In solch einem Fall ist eine Weiterverweisung an den entsprechenden Fachbereich vonnöten, da eine möglichst effiziente und für den Patienten leicht umzusetzende Behandlung stets Priorität hat.

Falls zusätzlich zur Psychotherapie eine medikamentöse Begleitung ratsam oder gar erforderlich ist, muss ärztliche Unterstützung eingeholt werden, z. B. durch die betreuende Hausärztin oder einen Facharzt für Psychiatrie.

Phase 2: Therapieziel und Behandlungsplan

Sollte sich eine tiefenpsychologische Behandlung als das Mittel der Wahl herausstellen, wird mit dem Patienten ein Therapieziel vereinbart und gemeinsam ein passender Behandlungsplan ausgearbeitet. Erst hiernach beginnt die eigentliche Therapie.

Je nach Verfahren werden wöchentlich ein bis zwei Behandlungssitzungen (manchmal auch Doppelsitzungen) abgehalten – idealerweise am selben Wochentag zur selben Uhrzeit, um der Therapie einen festen Platz im Leben des Patienten zu geben.

Phase 3: Ablauf der Therapie

Die Behandlung erfolgt wenigstens zu Beginn im halbzugewandten Sitzen, später (ganz nach psychoanalytischem Vorbild) möglicherweise auch im liegenden Setting und ohne Blickkontakt.

 

Eine der zentralen Techniken psychoanalytisch orientierter Verfahren ist die so genannte freie Assoziation, eine Technik, bei der der Patient seinen Gedanken freien Lauf lässt und ungefiltert alles erzählt, was ihm in den Sinn kommt. Hierdurch sollen verdrängte Erinnerungen und unbewusste Vorgänge innerhalb der Seele aufgedeckt und mit therapeutischer Unterstützung im Bewussten gedeutet und bearbeitet werden. Auch die Analyse von Träumen kann ein wichtiges aufdeckendes Element in der Therapie darstellen.

 

Im fortgeschrittenen Therapieverlauf kommt es nicht selten zu einem „magischen Moment“, bei dem der Patient einen alten, längst vergessen geglaubten Konflikt wieder durchlebt, diesmal jedoch in der Gegenwart. Vielen Betroffenen ist dabei die Verknüpfung zu einem alten Trauma häufig nicht bewusst. Das therapeutische Aufzeigen ebendieses Zusammenhangs kann dem Patienten dabei helfen, den verdrängten, aber im Unbewussten noch immer wirkenden Konflikt endlich so gut wie möglich zu lösen.

Nach Offenlegung des Traumas wird es gemeinsam mit dem Therapeuten im vertrauten und geschützten Rahmen des Therapiegesprächs bearbeitet. Ziel ist es, die seelische Verletzung entweder hinter sich zu lassen oder wenigstens stimmiger und bewusster wieder in sich aufzunehmen.

Der Patient soll durch Verstehen und Durcharbeiten zumindest Linderung erfahren, um im Bestfall ähnlich gelagerten Situationen künftig gefestigter und reflektierter begegnen zu können.

Phase 4: Verabschiedung aus der Therapie

Zeichnet sich ab, dass der Patient seinem Therapieziel deutlich näher gekommen ist, werden die Abstände der Sitzungen peu à peu vergrößert, bis der Patient für sich entscheidet, dass er zukünftig ohne therapeutische Unterstützung auskommt.

In einer Abschluss-Sitzung wird das Therapieergebnis reflektiert, und der Patient schließlich verabschiedet. Bei Bedarf können noch ein paar Kontrolltermine in mehrmonatigem Abstand abgehalten werden, um dem Patienten ein gewisses „Sicherheitsnetz“ anzubieten.

IV. Häufige Fragen

Welche Störungen lassen sich tiefenpsychologisch gut behandeln, welche nicht?

Entsprechend den Regelungen des Heilmittelwerbegesetzes in Deutschland ist die Nennung bestimmter Erkrankungen, die potenziell von speziellen Behandlungsmethoden profitieren könnten, in bestimmten Kontexten untersagt.

Zudem ist ein mögliches positives Ansprechen gleich welcher Therapiemethode häufig von einer Fülle individueller Faktoren abhängig. Eine genaue Anamnese ist daher stets unerlässlich, um einen auf die Bedürfnisse und Umstände des Patienten zugeschnittenen Behandlungsplan zu entwickeln.

Daher bitte ich um Ihr Verständnis, dass ich an dieser Stelle keine pauschalen Aussagen zur Effektivität der von mir angewandten Methoden machen möchte, um gesetzliche Bestimmungen nicht zu verletzen.

Wie lange dauert eine tiefenpsychologische Behandlung?

In der Tiefenpsychologie, wie auch in den meisten anderen psychotherapeutischen Verfahren, gilt generell, dass signifikante Veränderungen in der Regel nicht vor 20 bis 25 Sitzungen zu erwarten sind. Dies entspricht einer Dauer von etwa sechs bis zwölf Monaten bei einer wöchentlichen Therapiesitzung. Während einige Patienten über Jahre hinweg unterstützt werden – allerdings mit zunehmend größeren Abständen zwischen den Sitzungen –, benötigen andere lediglich eine kurzfristige Begleitung während einer akuten Krise.

Geduld ist ein zentraler Aspekt der Therapie, da psychisches Leid, das seinen Ursprung oft bereits in der Kindheit hat, sich nicht innerhalb kurzer Zeit auflösen lässt. Aus tiefenpsychologischer Perspektive bedarf es einer umfassenden und behutsamen Herangehensweise, um langfristig wirksame Veränderungen herbeizuführen.


Kann ich nach Abschluss meiner der Therapie erneut Termine vereinbaren?

Das Ende Ihrer Therapie bedeutet nicht, dass Sie in Zukunft keine weiteren Termine vereinbaren können. Falls Sie das Bedürfnis haben, sich erneut auszusprechen oder neue Probleme auftreten, stehe ich Ihnen auch nach Abschluss der Therapie gerne zur Verfügung.

Können wir uns duzen?

In den meisten Therapieformen, einschließlich der Tiefenpsychologie, wird das Duzen nicht empfohlen. Obwohl ich im Laufe der Zeit eine enge Bindung zu meinen Patienten aufbaue, ist es entscheidend, einen professionellen Abstand zu ihren Problemen zu wahren. Dies ist nicht nur für meine eigene seelische Gesundheit von Bedeutung, sondern auch für den gesamten therapeutischen Prozess. Das Siezen ermöglicht es mir, diesen notwendigen Abstand zu wahren und ist gleichzeitig ein Ausdruck meines tiefen Respekts gegenüber meinen Patienten.

Darf ich Sie an Familienangehörige oder nahe Freunde weiterempfehlen?

Nach gängiger Lehrmeinung ist dies nicht empfehlenswert. Obwohl ich bereits der Verpflichtung zur absoluten Verschwiegenheit unterliege, verbietet mir die therapeutische Abstinenzregel ausdrücklich jeglichen Kontakt zu engen Bezugspersonen eines Patienten. Dies dient der Vermeidung von Vermischungen von Therapieinhalten und anderen Verstrickungen. Zudem schreibt die Abstinenzregel vor, dass keine Treffen mit Patienten außerhalb des therapeutischen Rahmens stattfinden sollen.

Es kann jedoch gelegentlich sinnvoll sein, einen Familienangehörigen oder Partner für ein bis zwei Sitzungen in die Therapie einzubeziehen, beispielsweise im Rahmen einer Fremdanamnese. Ein solches Gespräch mit Angehörigen erfolgt jedoch nur nach individueller Absprache und unterliegt klaren Regeln und Grenzen.

Nach Abschluss Ihrer Therapie können Sie mich gerne an entferntere Bekannte empfehlen.

Ich habe noch weitere Fragen…

Bitte zögern Sie nicht, sich mit mir in Verbindung zu setzten. Nutzen Sie hierfür am besten das Kontaktformular.

Begründer wichtiger Therapierichtungen

Bildnachweis: Max Halberstadt, 1921 [gemeinfrei]

Sigmund Freud (*1856-†1939)
Österreichischer Arzt und Tiefenpsychologe. Er war der Begründer der Psychoanalyse und gilt als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts.

Bildnachweis: Wikimedia Commons [gemeinfrei]

Carl Gustav Jung (*1875-†1961)
Schweizer Arzt und Psychiater. Er war der Begründer der analytischen Psychologie, in der vor allem symbolische Ausdrucksmöglichkeiten des Unbewussten hervorgehoben werden.

Bildnachweis: Wikimedia Commons [gemeinfrei]

Alfred Adler (*1870-†1937)
Österreichischer Arzt und Psychotherapeut. Er war der Begründer der Individualpsychologie, die u. a. den Fokus auf die Bearbeitung menschlicher Beziehungen legt.